Projekt Frauenbildungszentrum: lebensnah - visionär - unabhängig - vielseitig

Rundbrief Nr. 5/2004

Liebe Rundbrief-AbonnentInnen,

es wird früher dunkel und die ersten Schneeflocken hat es auch schon gegeben. In der besinnlichen Zeit des Jahres suchen wir immer wieder Ruhepunkte an denen wir zu uns selber kommen, Neues entdecken und den Blick weiten können. Sie können dies gleich bei zwei Veranstaltungen des Frauenbildungungszentrums im November tun. Wir geben in diesem Rundbrief schon mal einen kleinen Vorgeschmack und laden Sie herzlich dazu ein. jetzt, wo in der Landschaft das frische Grün durchbricht, Magnolien blühen und einfach das Leben wieder bunter wird, freuen wir uns, vom Erfolg der ersten Frauenpredigten berichten zu können - denn das ist ein kleiner frühlingshafter Aufbruch in der Kirche.

Zum Schmökern und Verweilen lädt auch die Dokumentation der Frauenpredigtreihe "Gotteskünderinnen" ein. Nachdem die erste Auflage vergriffen ist, planen wir nach der positiven Resonanz eine Zweite herauszubringen. Die Dokumentation mit den 10 ganz unterschiedlichen Frauenpredigten ist sicherlich ein besonderes Weihnachtsgeschenk. Gleichzeitig unterstützen Sie mit dem Kauf die Arbeit des Projekts Frauenbildungszentrum.

Eine Stärke, die sich als immer wichtiger herausstellt, ist die Unabhängigkeit des Projektes Frauenbildungszentrums. Das bedeutet aber auch, dass das Projekt keine größeren kirchlichen und staatlichen Zuschüssen in Anspruch nehmen kann und hauptsächlich aus Spenden finanziert wird. Für die Arbeit im Büro, die Organisation von Projekten, wie dem interreligiösen Frauenprojekt und die Fortsetzung der Frauenpredigtreihe "Gotteskünderinnen" im nächsten Jahr, die Öffentlichkeitsarbeit und den Aufbau der großen Finanzierungskampagne, die im nächsten Jahr anläuft, braucht es finanzielle Mittel. Die aktiven Frauen im Projekt und auch im Projektbüro arbeiten alle ehrenamtlich. Wir freuen uns über jede Spende. Gerne informieren wir Sie ausführlicher über unser Finanzierungskonzept und weitere Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung. Direkt spenden können Sie auf unser Konto: Projekt Frauenbildungszentrum e. V., Ko-Nr.: 8890300, bei der Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 70020500; oder direkt online auf unserer Homepage: www.frauenort.de. Der Verein ist vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt, selbstverständlich stellen wir Ihnen eine Spendenbestätigung aus.

Wir wünschen jetzt viele Anregungen und Freude beim Lesen

Christine Hertrich und Mirjam Elsel

Inhalt:

Veranstaltungen

  • Frauen begegnen „Hildegard von Bingen in Bamberg“

    Das Projekt Frauenbildungszentrum lädt Frauen ein, Hildegard von Bingen in Bamberg zu begegnen. Am 1. Advent, den 28. November 2004 findet von 9.30 Uhr bis ca. 18. 00 Uhr ein Seminartag mit Prof. Elisabeth Gössmann und Maria Ries in der alten Bibliothek des Marianum in Bamberg statt.

    Hildegard hat auf ihrer ersten Predigtreise (1158-1161) auch in Bamberg Station gemacht. Die Referentinnen werden Leben, Theologie und Heilkunst Hildegard von Bingens lebendig werden lassen und für heutige Frauen erfahrbar machen. Es wird ein Tag für alle Sinne in Bildern, Bewegung, Worten und Liturgie.

    Maria Ries lebt und arbeitet als Heipraktikerin in Kulmbach, ist Vorstandsfrau im Projekt Frauenbildungszentrum und hält zahlreiche Seminare zu Homöopathie, Hildegard-Heilkunde und frauenspezifischen Themen. Prof. Elisabeth Gössmann ist Professorin in Tokyo und München und hat die theologisch-philosophische Frauenforschung mit ihren Arbeiten geprägt. Die Theologie Hildegard von Bingens ist einer ihrer Schwerpunkte, so stand diese auch im Mittelpunkt ihres Vortrags anlässlich der Verleihung der Ehrendocktorwürde der Universität Bamberg.

    Der Tag kostet inklusive Verpflegung 35,00 €, für Mitgliedsfrauen und erwerbslose Frauen 25,00 €. Anmeldung und Informationen beim Projektbüro Frauenbildungszentrum.

  • Adventliche Liturgie "Hildegard von Bingen begegnen"

    Am Sonntag, den 28. November 04, um 18:00 schließt das Seminar "Hildegard von Bingen in Bamberg begegnen" mit einer öffentlichen adventlichen Liturgie ab. Eingeladen sind Frauen und Männer, Jung und Alt zu Texten, Musik und Impulsen von und zu Hildegard von Bingen. Eine gute Gelegenheit für alle, die nicht den ganzen Tag teilnehmen können. Den Ort entnehmen Sie bitte der Tagespresse oder unserer Homepage.

  • "Erinnern wider die Gewalt"
    Frauenpredigt zum internationalen Aktionstag "Keine Gewalt gegen Frauen"

    Anlässliche des Internationalen Aktionstag „Keine Gewalt gegen Frauen“ sind Frauen und Männer am 25. November, um 17 Uhr in der Kirche St. Martin in Bamberg zu einer Frauenpredigt eingeladen.

    Auch in den Texten der Bibel und der Geschichte der Kirche wird Frauen auf vielfache Weise Gewalt angetan: Vergewaltigung, Mord, Frauenraub, Vertreibung, Ausschluss von gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und religiöser Beteiligung und Macht. Eine dieser Texte ist die Erzählung von dem Tod der Tochter des Jiftach im Buch der Richter, die die Theologin Christine Hertrich ins Zentrum ihrer Predigt stellen wird. Trotz des gewaltsamen Ausgangs geht es in dieser Geschichte aber auch um die Widerstandskraft von Frauen und das Suchen nach Formen der Erinnerung wider die Gewalt. Die Predigerin, Christine Hertrich, lebt in Bamberg, arbeitet im attac Bundesbüro und ist Mitinitiatorin des Projekts Frauenbildungszentrums.

    Die Frauenpredigten in St. Martin haben seit der Reihe "Gotteskünderinnen" schon eine kleine Tradition. Das Projekt Frauenbildungszentrum schafft so einen Ort an dem Theologie und Verkündigung von Frauen gehört und weitergegeben werden kann. Mit dieser Frauenpredigt wird der Gewalt gedacht, die Frauen angetan wurde und wird. Vor allem aber wird der Gottesdienst dazu ermutigen, sich der Gewalt gegen Frauen zu widersetzen. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit zu Begegnung und Gespräch.

    Weitere Veranstaltungen in Bamberg zum Aktionstag "Keine Gewalt gegen Frauen": Do. 25.11, 18:30 Uhr „Hinsehen und Handeln – Gewalt gegen Frauen verhindern“ Kampagne von Amnesty International in der Stadtbücherei Bamberg. Fr. 26.11, 18.30 „Die Zeit der Schmetterlinge“ Film Im Odeon/Lichtspielkino über die Geschichte der drei Schwestern Mirabel, die den historischen Hintergrund des Internationalen Aktionstages „Keine Gewalt gegen Frauen“ bildet.

  • Weiberwirtschaft mit Weihnachtsfeier

    Alle am Projekt interessierte Frauen sind am Mittwoch, den 8. Dezember 04, ab 19:00 Uhr wieder zur Weiberwirtschaft in die Weinstube Fischerei (Fischerei 15) in Bamberg eingeladen. Besonders eingeladen sind die Frauen, die die Frauenpredigtreihe "Gotteskünderinnen" mit gestaltet und organisiert haben. Kleine weihnachtliche Überraschungen werden uns erwarten.

Neuauflage Dokumentation "Gotteskünderinnen"

Die 300 Stück der ersten Auflage der Dokumentation "Gotteskünderinnen" sind unter die Frauen und Männer gebracht. Wir wollen jetzt pünktlich vor Weihnachten eine zweite Auflage drucken lassen. Sind Sie noch auf der Suche nach einem besonderen Weihnachtsgeschenk für Freunde/innen oder Verwandte? Die 10 ganz unterschiedlichen Predigten von Theologinnen bieten sicherlich neue Entdeckungen, die Frau und Mann gerne weitergibt.

Gleichzeitig unterstützen Sie mit dem Kauf der "Gotteskünderinnen" die Arbeit des Projekt Frauenbildungszentrums und bringen damit den Aufbau des Frauenbildungszentrums voran. Die Dokumentation können Sie zu einem Preis von 10,00 € (+Versandkostenpauschale von 2,00 €) im Projektbüro bestellen. Bitte geben Sie bei Ihrer Bestellung ihre vollständige Adresse an.

Neuauflage Flyer Projekt Frauenbildungszentrum

Lebensnah, visionär, unabhängig, vielseitig, so sollte auch der Flyer des Projektes Frauenbildungszentrum daher kommen. Das Layout des neuen Flyers in hellem grün und orange und den kecken Frauen ist geblieben. Einige der Frauen sind auf Anregung ein bisschen älter geworden und der Text ist natürlich endlich aktualisiert. Wenn Sie den Flyer gerne an Freundinnen weitergeben möchten oder auslegen wollen, schicken wir Ihnen gerne welche zu.am 16. April "Frauen leisten Widerstand" - Die Töchter Zelofhads mit Dr. Ulrike Bechmann

Hinweise auf weitere interessante Veranstaltungen und Projekte

  • Politischen Herbstlese: "Reiches Land, reiche Kirche - Kleingeist statt Prophetie"

    Grenzgänge - Initiative von Theologinnen lädt am 20.11.2004 um 19.30 in der Brauerei Fässla in Bamberg zur politischen Herbstlese ein. Sozialreformen, Personalabbau, Sparhaushalte, Harz IV, Finanzkrise - in unserem reichen Land und in unseren reichen Krichen regiert die Sparwut. Welcher Geist steckt hinter dem Kahlschlag, der überall um sich greift? Wer macht sich überhaupt Gedanken über Alternativen? Wo stehen die Kirchen? Statt die prophetische Kraft des Evangeliums einzubringen herrscht auch hier nur Kleingeist.

    Grenzgänge lädt ein, zu diesen Fragen mit interessanten Gästen, die sich auf verschiedene Weise kritsch mit den gesellschaftlichen und kirchlichen Entwicklungen auseinandersetzen, ins Gespräch zu kommen. Die politische Herbstlese bietet darüber hinaus einen Rahmen um Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen kennen zu lernen, sich untereinander auszutauschen und zu vernetzen. Gesprächspartnerinnen sind:

    • Dr. Ulrike Bechmann: Theologin und Islamwissenschaftlerin, wiss. Assistentin an der Uni Bayreuth
    • Dieter Schlee: Pfarrer der Evangelischen Gemeinde Nürnber-Lichtenhof
    • Dr. Peter Lefrank und Stefan Stadlbauer: Mitarbeiter im Fürther Sozialforum, bei Attac und Gewerkschaftler

    Das Projekt Frauenbildungszentrum ist aus dem Verein Grenzgänge heraus entstanden.

  • Initiative FrauenRaum beim Sozialforum in Deutschland für Geschlechtergerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Natur

    In Erfurt findet unter dem Motto "Für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Natur" im Juli 2005 das 1. Sozialforum in Deutschland statt. Es thematisiert die neoliberale Politik und ihre Auswirkungen wie z. B. den Sozialabbau und will Alternativen dazu entwickeln. Es versteht sich dabei als ein Raum, in dem die unterschiedlichsten gesellschaftlichen Akteure gleichberechtigt in Dialog treten und folgt der Tradition der weltweiten Sozialforumsbewegung. Damit Gerechtigkeit auf diesem Sozialforum auch als Geschlechtergerechtigkeit verstanden wird und die Stimmen der unterschiedlichen Strömungen der Frauenbewegung zu den Problemen in Politik und Gesellschaft gehört werden wurde die Initiative FrauenRaum ins Leben gerufen. Frauengruppen und interessierte Frauen, die daran teilnehmen und den FrauenRaum mitgestalten möchten können sich unter SoFo-FrauenRaum@web.de melden.

  • Ausstellung Forschen, Lehren, Aufbegehren
    100 Jahre akademische Bildung von Frauen in Bayern

    Vom 15. bis 30. November präsentieren die Universitätsfrauenbeauftragten die Wanderausstellung im Neubau der Teilbibliothek 4 der Universität Bamberg, Heumarkt 2.

    Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begannen Frauen sich erstmal verstärkt um die Aufnahme an Universitäten auch im deutschen Kaiserreich zu bemühen. In den USA und im europäischen Ausland gab es längst Studienmöglichkeiten für Frauen. 1903 genehmigte Prinzregent Luipold von Bayern das Frauenstudium - das Königreich Preußen folgte sogar erst 1908. Von ähnlich großer Bedeutung für Frauen sind im Laufe der folgenden 100 Jahre wohl nur noch die Erlangung des Wahlrechts im Jahre 1919 und die Festschreibung der Gleichberechtigung im Grundgesetz von 1949 gewesen. Das Jubiläum 100 Jahre Frauenstudium wird mit der Ausstellung "Forschen, Lehren, Aufbegehren" gewürdigt.

  • Tagung "Womens's international Network for Sustainability"

    Vom 19.-21. November 04 findet in Bamberg die Arbeitstagung von WINS - Womens's international Network for Sustainability statt. Interessierte Gäste sind zu einem offenen Abend mit Kurzvorträgen zu Frauenprojekten u. a. im Jemen, Sudan, Kontext der Agenda 21 und Namibia am 20.11, um 19:00 Uhr am Fachbereich Soziale Arbeit, Kärntenstr. 7 Raum 0.108 eingeladen.

  • Gewalt in Familien Wahrnehmen

    Wer sie erfährt, schweigt oft aus Scham; wer sie bei anderen bemerkt, schweigt oft aus Ratlosigkeit. Die Rede ist von Gewalt in der Familie - einem Thema, das immer noch zu selten in der Öffentlichkeit zur Sprache kommt. Weil viel Gewalt im Verborgenen geschieht, dauert manches Gewaltverhältnis lange an. Um dieses Schweigen zu durchbrechen, haben die Frauenbeauftragten des evangelischen Dekanats Bamberg zusammen mit einem Team einen Gottesdienst zum Thema "Gewalt in Familien wahrnehmen und überwinden" vorbereitet. Er findet am Mittwoch, den 17. November (Buß- und Bettag) um 19 Uhr in St. Matthäus, Gaustadt, statt. Es soll das Leid, das besonders Frauen und Kinder durch Gewalt zu Hause erfahren, vor Gott und den Menschen zur Sprache gebracht werden. Der Gottesdienst ist deshalb in erster Linie als Klagegottesdienst gestaltet, doch erzählt er auch von der Hoffnung, dass es Schritte hinaus gibt aus dem Teufelskreis der Gewalt - sowohl für die Opfer als auch für die Täter. Das Gottesdienstteam stellt seine Veranstaltung bewusst in den Rahmen der mehrjährigen Kampagne der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Sie will unter dem Motto "Gewalt in Familien wahrnehmen und überwinden" helfen, das Schweigen zu brechen. Im Rahmen dieser Kampagne sollen Menschen durch Vorträge, Workshops und Gottesdienste für die Probleme häuslicher Gewalt sensibilisiert und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. So wird es auch im Anschluss an den Gottesdienst in Gaustadt die Möglichkeit geben, weitergehende Gespräche zu führen und Informationen über Hilfsangebote für Betroffene in Bamberg zu bekommen.

Impressum:

Projekt Frauenbildungszentrum
Redaktion: Mirjam Elsel
Luitpoldstr. 21
96052 Bamberg

Telefon: 09 51 - 29 71 59 64
Fax: 09 51 - 29 71 59 68
E-Mail: info@frauenort-bamberg.de